Die Nacht zum 1. Mai war kalt, aber ein loderndes Lagerfeuer half, die Stunden im Freien gut zu verbringen. Am nebligen Morgen reckt sich jetzt der gut bewachte Dorfbaum in die Höhe. Auch in den Straßen ist mancher Baum und manches Herz zu sehen. Über die tiefen Gefühle, die hinter diesen Symbolen stecken, hat schon Friedrich Hagedorn (1708-1754) gedichtet:

Der erste Mai

Der Tag im Monat Mai
Ist mir der glücklichste von allen. 
Dich sah ich und gestand dir frei, 
Den ersten Tag im Monat Mai, 
Dass Dir mein Herz ergeben sei. 
Wenn mein Geständnis Dir gefallen, 
So ist der erste Tag im Mai
Für mich der glücklichste von allen.

Das Lagerfeuer wärmt nach einer langen Nacht.

Nebel liegt am Morgen des 1. Mai über dem Dorf.