Dorfentwicklung

Unser Dorf hat Zukunft 2018

1. Konzeption und deren Umsetzung

Schon seit längerer Zeit setzt sich der Ort mit den aktuellen Herausforderungen auseinander, u.a. wird eine Diskussion über die Leerstände geführt. Prof. Dr. Jahnen von der RWTH Aachen hat seine Mitarbeit zugesagt. Die Bedarfe und Wünsche der Ortsbevölkerung sind in der Dorfwerkstatt von 2006, ebenfalls begleitet durch die RWTH Aachen, abgefragt worden. In einem Fragebogen konnten die Vlattener Bürgerinnen und Bürger im Jahr 2012 erneut ihre Bewertung zum Ort abgeben.

Drei Stadtvertreterinnen, ein Stadtvertreter und zusätzlich sachkundige Bürgerinnen und Bürger stellen sehr bürgernah die Verbindung zur Verwaltung her.

 Der Bürgerverein übernimmt jährlich definierte öffentliche Aufgaben, die den Haushalt der Stadt Heimbach entlasten. Er entwickelt eigene, vorausschauende und abgestimmte Planungen zur Verbesserung des Wohnumfeldes und organisiert die Durchführung der Maßnahmen, wie z.B. die Umfeldgestaltung der Jugendhalle, die Beleuchtung der Michaelskapelle, der Bau des Brunnens an der Jugendhalle, der Neubau der Friedhofsmauer, die Restaurierung des Gehweges entlang der Friedhofsmauer, die historische Laternenbeleuchtung im Umfeld der Kirche, die Begrünung der Brückengeländer und die Herausgabe eines Heimatbuches. Der Bürgerverein ist Mitglied im Rureifel Tourismus e.V. und macht mit einem alljährlichen bebilderten Veranstaltungskalender auf die Aktivitäten im Ort aufmerksam.

Der Vorstand des Bürgervereins Vlatten e.V. organisiert mit der Unterstützung durch die Ortsvereine und interessierte Mitbürger die Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“.

2. Wirtschaftliche Entwicklungen und Initiativen

Es bestehen vielfältige Initiativen der Daseinsvorsorge, vertreten durch die Landwirtschaft, 38 Gewerbe-, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe mit 72 Arbeits- und 4-6 Ausbildungsplätzen. Neben den zum Teil sehr lange bestehenden Betrieben mit aktivem Nachwuchs gibt es auch immer wieder Existenzgründungen. Die Betriebe gehören zu den folgenden Bereichen: Landwirtschaft, Bäckerei, Lebensmittel, Partyservice, Transportunternehmen, Kfz-Reparaturbetrieb, Hufschmied, Planungsbüro und Baustoffe für Altbausanierung und ökologisches Bauen, Bauunternehmung, Bauelemente, Schreinerei, Elektroanlagenbau und -geräte, Heizung- u. Sanitäranlagen, Friseur, medizinische Fußpflege, Landschaftsgärtner, Industriebedarfsartikel, Kanaltechnik und Abfallentsorgung.

 Ortsansässige Unternehmen und die Ortsgemeinschaft unterstützen sich gegenseitig. Durch Sponsoring der Gewerbetreibenden werden z. B. Spielgeräte für den Kindergarten angeschafft, der Spielplatz erweitert und Sachspenden für Feste bereitgestellt. 

 Als Initiativen zur Verbesserung der Infrastruktur/Mobilität sind beispielhaft der Bürgerbus und das Aufstellen von Mitfahrerbänken zu nennen. Hierdurch wird die Anbindung an den ÖPNV und die Rurtalbahn verbessert. Außerdem wurden und werden zahlreiche Brücken- und Straßensanierungen durchgeführt.

Das Neubaugebiet „Am Burgpark“ bietet neuen Wohnraum in ruhiger Lage für junge Familien.

Das lange vorbereitete LEADER-Projekt „Zülpicher Börde“ wird das Bördedorf Vlatten weiter nach vorne bringen – nicht nur in Bezug auf direkte Wertschöpfung, sondern auch durch Synergien, die ein Dorfleben durch touristische Angebote attraktiver machen. Die Rureifel entwickelt in den nächsten beiden Jahren touristische Radwanderwege, kurze und mittellange Wanderwege und inszeniert sogenannte „Börde-Blicke“, d.h. Aussichten vom nordöstlichen Rand der Eifel in die Zülpicher Börde und das Rheintal. Leitmotiv der touristischen Angebote ist die Braugerste. Die sehr guten Böden, die Jahrtausende alte Kulturlandschaft, die Nähe zu den Brauereien in Köln werden Bezugspunkte. Es steigt die Chance der Gründung von Existenzen im Haupt- und Nebenerwerb.

Die Erzeugung erneuerbarer Energie wie Photovoltaik und die elf Windräder tragen zur Ressourcenschonung bei und erzeugen mehr als das Zehnfache des dörflichen Eigenbedarfes.

Durch die Flurbereinigung und schnelles Internet wurden eine Verbesserung der Produktions- und Arbeitsbedingungen für die Landwirtschaft, das Gewerbe und das Handwerk erreicht. 

obere Reihe v.l.n.r.: Simon Wilden,Wilhelm-Josef Schäfer, Johannes Prickartz, Georg Urhahn; mittlere Reihe v.l.n.r.: Ulla von Gagern, Hans-Jörg Latz, Hanni Latz, Ingrid Müller, Elke Lellau; vordere Reihe v.l.n.r.: Oliver von Gagern, Ulrike Schwieren-Höger, Anja Krudwig, Lydia von Gagern, Markus Schäfer, Kurt Krüttgen; nicht dabei: Markus Kirfel, Gerda Küpper, Hans-Peter Klassen, Lutz Dalbeck, Philipp Jungbluth

3. Soziales und kulturelles Leben

Vlatten hat vielfältige Gemeinschaftseinrichtungen wie Jugendhalle, Sportheim, Feuerwehrhaus, Pfarrheim, Kindergarten mit zwei Gruppen, Kirche, Kapelle, Pfarrbücherei, die für alle offen sind.

 Es bestehen Kooperationen und Netzwerke zwischen den unterschiedlichen Einrichtungen und Akteuren im Ort sowie mit anderen Kommunen und Dörfern, z.B. die Spielgemeinschaft Nordeifel 99 e.V. mit Heimbach, Hergarten und Vlatten sowie der Löschzug Hergarten-Vlatten. Karnevalsvereine und private Gruppen aus den benachbarten Orten sind ein selbstverständlicher Bestandteil in unserem zweieinhalbstündigen Karnevalszug.

 Die Vereine wie Feuerwehr, Sportverein, Karnevalsverein, Musikverein, Landfrauen, Bürgerverein, Brieftaubenverein sowie die Pfarrei werden durch den Verein Jugendwohl koordiniert. Jugendlicher Nachwuchs sichert den Bestand und die Zukunft der Vereine. Insgesamt engagieren sich 867 Mitglieder in den acht Vereinen. Neben Eigenveranstaltungen werden mehrere Feste gemeinsam durchgeführt, wie Maifest, Kirmes und Burgfest. Freizeitangebote für jedes Alter, angefangen bei der Krabbelgruppe bis zum Seniorentreff, fördern das Miteinander von Jung und Alt. Die Dorfhalle/Jugendhalle und das Sportheim bieten den Vereinen und allen Bürgerinnen und Bürgern Möglichkeiten für Veranstaltungen und Feste.

Neubürger werden durch die vielfältigen Vereine und Veranstaltungen gut in die Dorfgemeinschaft eingebunden. Ein Friseur- und ein Schreinerbetrieb unseres Dorfes ermöglichen zwei Flüchtlingen eine Ausbildung, was deren Integration in den Lebensalltag erleichtert und ihren Familien eine Perspektive in Deutschland bietet.

Aktivitäten, die das Brauchtum und die Dorftradition fördern und erhalten, sind u.a. die Kirmes, die Karnevalssitzungen, der Karnevalszug, die Dankprozession und das Ernte-Dank-Fest.

Alle Vereine und einzelne Bürgerinnen und Bürger erledigen öffentliche Aufgaben, wie z.B. Grünpflege, den Erhalt der Jugendhalle, Reparaturen und Verschönerungen an Brücken und Geländern.

Der Bürgerverein würdigt das Ehrenamt mit einem alljährlichen gemeinsamen Essen für die aktiven Bürgerinnen und Bürger. Außerdem wird bei Geburtstagen ab 80, Goldhochzeiten und Jubiläen durch das Aufspielen des Musikvereins gratuliert.

4. Baugestaltung und Entwicklung

Besonders hervorzuheben sind die gemeinschaftlichen Bauprojekte im Ort. Für das Feuerwehrhaus und das Sportheim wurden die Materialien durch die Stadt finanziert. Gebaut wurde von Vlattener Bürgern. Die Sanierung der Jugendhalle, die Erweiterung der Friedhofsmauer und die Beleuchtung der Michaelkapelle waren nur durch ehrenamtliches Engagement möglich.

Dieses Engagement sichert auch den guten Zustand der öffentlichen Einrichtungen. Daneben gibt es eine Vielzahl gut erhaltener und renovierter Wohngebäude. Die Denkmalliste weist 31 geschützte Objekte aus. Darunter sind viele sehr schöne und alte Dorf- und Wegkreuze.

Teilweise barrierefreie Gestaltung des Straßenraumes findet sich z.B. an der Weberstraße und im Kollepötz. Es gibt Merksteine für Sehbehinderte und abgesenkte Bordsteine für Rollstühle und Rollatoren.

Als weitere Beispiele für die Baugestaltung sind hervorzuheben: Pfarrkirche St. Dionysius (nach dem Aachener Dom die älteste Kirche im Bistum Aachen), Michaelskapelle, Jugendhalle, Burg, Schutzmantelmadonna, Bruchsteintrockenmauer in der Kupfergasse, Dorfbrunnen, vielfältige Umnutzung ehemaliger landwirtschaftlicher Nutzgebäude zu Wohnhäusern.

5. Grüngestaltung und Dorf in der Landschaft

Die Grüngestaltung des Dorfplatzes an der Jugendhalle, das Straßenbegleitgrün, die Blumenkästen an Brückengeländern und Wohnhäusern, der Burgpark mit zwei unter Naturdenkmal stehenden Rotbuchen und zahlreiche in Patenschaft gepflegte Wegkreuze prägen das Dorfbild. Die vielen schönen Vor- und Nutzgärten sind ein besonderes Kleinod des Dorfes. Grün- und Freiraumflächen mit ihren Bänken dienen als Ruheraum und Treffpunkt für Jung und Alt.

  Weitere Beispiele für die Grüngestaltung und den Artenschutz sind die alte Lindenallee am Ortseingang von Hergarten kommend, Straßenbegrünungen durch die Dorferneuerungsmaßnahmen, ein großer offener Grünbereich an der Pfarrkirche, Pflanzmaßnahmen der Flurbereinigung zur Ortsrandbegrünung, wertvolle Biotope in alten Steinbrüchen und Lehmgruben, eine große Anzahl alter und neuer Obstwiesen im Ort, die Einfassung des Sportplatzes mit einer hohen Buchenhecke, ein auf langen Strecken naturbelassener Bachverlauf auch durch den Ort sowie etliche Fassadenbegrünungen mit wildem Wein.

Die Ortsgemeinschaft hat sich in enger Verbindung mit der biologischen Station zum Ziel gemacht, die Lebensbedingungen für die heimische Tierwelt (v.a. Fledermäuse, Singvögel, Bienen, Schmetterlinge) im Dorf und dessen Umfeld zu erhalten und zu verbessern. Feldscheunen mit Nistkästen bieten z. B. für Falken und Steinkäuze – hier mit überdurchschnittlichem Bestand – einen sehr guten Lebensraum. Zusammen mit dem NABU werden die Vorbereitungen für die Ansiedlung der Schleiereulen im Kirchturm und der Mauersegler an der Burg getroffen. Die landwirtschaftlichen Betriebe kooperieren mit den Naturschutzverbänden, z. B. durch das Anlegen von Magerrasengebieten, Wildblumenstreifen und Wildackern.

Der Vlattener Dorfrand ist durch das Naturschutzgebiet „Vlattener Bachtal“ mit 47,5 ha, die Streuobstwiesen und die Wildackerflächen eine sehenswerte Kulturlandschaft, die sich wunderbar in die Landschaft einfügt.

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