Nach der Messe marschierte der "Musikverein, Vlatten 1909", gefolgt von Ehrengästen und befreundeten Vereinen durch Vlatten.

Das war eindrucksvoll: Am Pfingstmontag schlängelte sich nach der Messe in der St. Dionysius-Kirche ein langer Umzug durch Vlatten. Zum 115-jährigen Jubiläum des „Musikverein Vlatten 1909“ folgten Ehrengäste und Mitglieder befreundeter Vereine den Blasmusikern, um ihnen ihre Reverenz zu erweisen.

Beim Festkommers – untermalt vom „Musikverein Cäcilia Floisdorf“ – konnte die Vorsitzende Marie-Luise Schirlo neben Ortsvorsteherin Ingrid Müller auch Bürgermeister Jochen Weiler begrüßen. Er hatte seinen Urlaub in Holland unterbrochen, um dem Verein gratulieren zu können. „Heute sind wir dem digitalen Zeitalter verhaftet. Ihr Verein beweist seit 115 Jahren, dass es möglich ist, analog und leibhaftig im Gleichschritt miteinander zu musizieren, und Sie erfreuen dabei sich selbst und ihre Zuhörer. Danke für Ihr soziales Engagement“, sagte er.

Die anschließende Ehrung aktiver und inaktiver Mitglieder im „Musikverein Vlatten“ und in der Dachorganisation „Volksmusikerbund NRW“ zeigte, wie beliebt die Blasmusik nach wie vor ist.  Herausragend: Andreas Wilden wurde für seine 30-jährige aktive Dirigententätigkeit geehrt und Ehrenmitglied Hans-Werner Titz für seine 65-jährige aktive Mitgliedschaft.

Bei Leckereien vom Grillwagen und feinstem Kuchen erfreuten sich die zahlreichen Festbesucher an Fotos aus dem Vereinsleben und wurden vom „Musikverein Hergarten 1961“ und der „Musikkapelle Kall 1954“ mit moderner Blasmusik und traditionellen Stücken unterhalten.

Fröhlichkeit war auch bereits beim 9. Bayrischen Abend Trumpf, zu dem der Musikverein am Pfingstsamstag eingeladen hatte. „Die Ahrhüttener Musikanten e.V.“ spielten Tanzmusik, und Wies‘n-Wirt Bernd Bresgen servierte bajuwarische und ripuarische Getränke. Beste Voraussetzung für eine lange Nacht.

Angesichts von so viel zeitgenössischer Energie lohnt sich ein Blick zurück auf die Anfänge des Vereins in Wilhelminischer Zeit. Lehrer Schmitz hatte 1909 die Idee, einen Musikverein zu gründen. Er fand Mitstreiter und auch einen Dirigenten. Der nannte sich Pfeifer, und er muss wirklich beseelt von seiner Aufgabe gewesen sein, denn er kam zu Fuß aus Lövenich nach Vlatten, um mit den Musikern zu proben. Er übernachtete im Dorf und ging am nächsten Tag den weiten weg wieder zurück.

Im 1. Weltkrieg wurden fast alle Mitglieder zu den Waffen gerufen, einige kehrten nicht mehr heim, aber der Verein setzte alles daran, die Arbeit fortzuführen, auch dann, als er im 2. Weltkrieg wieder Gefallene beklagen musste. Diese Zeiten sind nicht vergessen. Die Vorsitzende Marie-Luise Schirlo erinnerte bei der Gefallenenehrung vor der Jugendhalle daran und unterstrich, wie wichtig es ist zu verhindern, dass sich derlei Grauen wiederholt.

Ganz gegenwärtig gibt es über den Verein vor allem Erfreuliches zu berichten. Die 18 aktiven Musiker sind im Alter von 17 bis 84 Jahren, bringen also Jung und Alt in Harmonie. Allerdings würde der Verein gerne weitere Aktive aufnehmen. Gesucht werden Anfänger und Fortgeschrittene. Wer Lust hat mitzumachen, ist herzlich willkommen.

Im Internet ist der „Musikverein Vlatten 1909“ unter www.mv-vlatten.de zu finden. Die E-Mail-Adresse lautet: kontakt@mv-vlatten.de                                                                   ush

Gefallenenehrung durch die Vorsitzende Marie-Luise Schirlo.

„Ich hatt einen Kameraden…“, Der Musikverein Vlatten ehrte die Gefallenen.

Viele Gäste feierten mit den Musikern das 115-jährige Bestehen in der Jugendhalle.

Auch Bürgermeister Jochen Weiler gratulierte den Musikern. Unser Bild zeigt ihn mit der Vorsitzenden Marie-Luise Schirlo.

Beim Festkommers spielte der „Musikverein Cäcilia Floisdorf“.

Stefan Reinders (links) von der Dachorganisation Volksmusikerbund NRW ehrte Hans-Werner Titz für 65-jährige aktive Mitgliedschaft und Andreas Wilden (Foto unten) für 30-jährige aktive Dirigententätigkeit.

Auch der Musikverein Hergarten spielte beim Vlattener Musikfest.

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