Die Band „Pyrolysis“ gastierte in Vlatten

Das Hoftor an der Bachstraße 1 ist die Pforte in eine andere Welt, zumindest wenn Ralf Winterhoff einlädt: Holzbuden gaukeln mittelalterliche Atmosphäre vor, Buddel mit Rum stehen in den Regalen, eine Lady in Schwarz richtet ihr Hütchen und in der schummrig beleuchteten Spelunke mit ihren grob behauenen Balken und Holztischen gibt’s Starkbier mit Klappverschluss als Eigenmarke. 

Mitten in Vlatten hat sich Ralf Winterhoff seinen ganz persönlichen Fluchtweg in ein zweites Leben geschaffen. Vor vier Jahren kaufte er den malerischen Vierkanthof und nutzte ihn zunächst als Probebühne für seine Piratenspektakel, die er mit einer Crew von begeisterten Darstellern gerne im Xantener Freilichtmuseum aufführt. 

Mittlerweile ist er in Vlatten ein Stück weiter gekommen: Immer mal wieder tritt eine Band auf, und wenn sie sich in der Piratenszene einen Namen gemacht hat, reisen authentisch kostümierte Freibeuter aus der nahen und weiten Umgebung an, die sich ganz offensichtlich wie Johnny Depp in dem Film „Fluch der Karibik“ fühlen, um eine Nacht lang zusammen zu feiern. 

Hausherr Ralf Winterhoff (vorne am Mikrofon) mit der niederländischen Band „Pyrolysis“.

Jetzt war es wieder so weit: Die niederländische Gruppe „Pyrolysis“ war zu Gast, eine junge,  energiegeladene akustische Newcomer-Band, die erstmals in der Vlattener Cutness Tavern und damit erstmals in Deutschland zu Gast war. Allerdings: In der Piraten-Szene sind die Barden offensichtlich noch so unbekannt ist, dass diesmal nur wenige Kostümierte von weit her kamen. 

Dafür kamen die Vlattener, was Ralf Winterhoff ganz besonders freute: „Ich wollte das Konzert nicht absagen, weil ich es toll finde, dass so viele von euch heute hier sind.“

Bereut hat das sicherlich niemand: Die Musik von „Pyrolysis“ basiert auf keltischer Folk-Musik, lässt aber auch Punk- Zigeuner- und Pirateneinflüsse erkennen. Bewaffnet mit Bouzouki, Akkordeon, Geige und Bohdran versprühten die Musiker gute Laune im rund 50-köpfigen Publikum und ließen alle Sorgen vergessen. Einfach schön.

Pyrolysis spielt in Holland auf großen Volksfesten, was Ralf Winterhoff  kommentierte: „Heute sind die Vier hier in Vlatten vor 50 Zuschauern und morgen in Amsterdam vor 1000.“  

Die Vlattener waren begeistert und wollten die jungen Barden nicht ziehen lassen: „Zugabe“? heißt das auf Deutsch, fragte Pyrolisis angesichts der vielstimmigen Rufe am Schluss des Konzerts. Die Musiker ließen sich nicht lange bitten und sangen abwechselnd mit dem Publikum das süffige Lied: „We love Whisky“. ush