Seelsorge im Zeichen der Corona-Pandemie

Selbst die Gottesdienste in der St. Dionysius-Kirche sind zu Risikoveranstaltungen geworden. Trotzdem bleiben Mitarbeiter der Pfarre ansprechbar für die Mitglieder der Gemeinde. Foto: Ulrike Schwieren-Höger

Gottesdienste, Taufen, Trauungen und Exequien bis zum 19. April 2020 abgesagt

In einem Schreiben an die Schwestern und Brüder in der GdG Heimbach-Nideggen beschreibt Pfarrer Kurt Josef Wecker ungeschminkt und offen die derzeitige Situation der Gemeinde unter den Vorzeichen der Corona-Pandemie: „Diese Fastenzeit haben wir uns nicht ausgesucht: Eine solche, noch völlig unübersichtliche Situation, die uns alle verstört und uns abverlangt, unser ganzes Leben komplett umzustellen, zu verlangsamen und neu zu organisieren.“

Auch der gottesdienstliche Rahmen sei von dieser Krise mit nie bekannten Einschnitten betroffen, erklärte er, denn sogar der Gottesdienst sei zu einer Risikoveranstaltung geworden und „zu unser aller Schutz verboten.“ Physische Distanz ist – so Pfarrer Wecker – momentan ein Akt der Nächstenliebe.

Daraus folgt, dass die öffentlichen Gottesdienste, auch die Taufen, Trauungen und Exequien zunächst bis Christi Himmelfahrt, 19. April 2020 abgesagt werden. Nottaufen sind möglich, aber Chöre und Gemeindegruppen können sich nicht mehr treffen.

„Wir sind verunsichert und können auf keine Vorerfahrungen zurück greifen“, schreibt Pfarrer Wecker. „Vor uns liegen Wochen, in denen wir nicht absehen können, was passiert. Wir werden von einem fremden Virus ausgebremst.“

An jedem Samstag Abend feiert Pfarrer Wecker eine Heilige Messe unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Jeder ist dann eingeladen, eine Kerze ins Fenster zu stellen, um zuhause in Gebet anwesend zu sein.

Was kann die Pfarre in dieser Situation tun? Nach Beratung mit dem pastoralen Team wurden folgende Punkte beschlossen:

  • Die Feier der Erstkommunion muss abgesagt bzw. auf den Spätsommer verschoben werden.
  • Die in Heimbach anlässlich des Wallfahrtsjubiläums im Mai geplanten Veranstaltungen fallen aus.
  • Die Kirchen und Kapellen bleiben als geistliche Kraftorte und Zufluchtsstätten zum stillen Gebet geöffnet, sofern keine Ausgangssperre verhängt wird.
  • Die Pfarrbüros bleiben geschlossen.
  • Das Angelusläuten wird beibehalten. Zugleich werden an jedem Abend um 19.30 Uhr die Glocken geläutet.
  • Bestattungsfeiern sind nur auf dem Friedhof unter freiem Himmel und im engsten Familienkreis möglich.
  • An jedem Samstagabend feiert Pfarrer Wecker unter Ausschluss der Öffentlichkeit die Heilige Messe. Um die Gemeinde geistlich zu vernetzen, werden dann kurz vor 19 Uhr alle Glocken in den Gemeinden geläutet. Jeder ist eingeladen, eine Kerze ins Fenster zu stellen.
  • Das Stundenbuch lässt sich online herunterladen. www.stundenbuch.katholisch.de
  • Alle öffentlichen liturgischen Feiern zum Osterfest entfallen.

„So vieles fällt aus“, sagt Pfarrer Wecker. „Doch die Aufmerksamkeit und das Gebet füreinander fallen nicht aus. Die Seelsorger sind auch weiterhin ansprechbar.“

Die Katholische Pfarrgemeinde Vlatten ist erreichbar unter der Telefonnummer: 02425/ 7357, E-Mail: stdionysius.vlatten@bistum-aachen.de

Die Pfarrei ist entschlossen, die schwierige Situation zu meistern.