„Summ, summ, summ, Bienchen summ herum…“ Manchem mag das Lied im Ohr geklungen haben, als am Sportplatz die Arbeiten für das erste Vlattener Bienenhotel begannen. Die Idee von Franziska Koch war bei Anja Krudwig und dem Bürgerverein sofort auf offene Ohren getroffen. Mit Sarah Hartmann von der Nideggener Biostation konnte sogar eine Fachfrau gewonnen werden, die das Projekt als Leader-Maßnahme im Rahmen der Aktion „Na-tür-lich-Dorf“ einstufte, und tatkräftig mithalf.

Das Beste aber: Auch neun Vlattener Grundschulkinder ließen sich für den Bau des Bienenhotels begeistern. Sie hatten einen erlebnisreichen Tag, der beim Vlattener Imker Andy Quast begann. Vorsichtig näherten sie sich seinen Bienenstöcken, wo wahrlich Frühlingstänze zu sehen waren. Bei strahlendem Sonnenschein umschwärmten unzählige Bienen die Stöcke, und der Imker erklärte den Kids an Modellen, was die Bienenkönigin und ihr Hofstaat brauchen, um glücklich leben zu können.

Ganz anders sah es anschließend auf der Wildwiese vor der Kirche aus. Dort hatte Jürgen Küpper bereits den von Dieter Mattes gebauten Bienenhotel-Rahmen aus Holz aufgestellt. Der Hintergrund: Es gibt fast 600 Wildbienenarten in Deutschland, aber viele sind vom Aussterben bedroht. Anders als die Honigbienen von Andy Quast sind sie Einzelgänger und darauf angewiesen, insektenfreundliche Nischen und Ecken zu finden. Die können ihnen Bienenhotels bieten:

Um genügend Nist-Raum für die Insekten zu schaffen, bohrten die Kinder unter Anleitung von Sarah Hartmann Löcher, schnitten Pflanzenstängel, bündelten Bambus und schichteten Holz. Anschließend befüllten sie den Rahmen des Bienenhotels mit dem Material. Um auch den am Boden nistenden Wildbienen ein geeignetes Plätzchen anbieten zu können, bauten sie außerdem unter dem Bienenhotel einen kleinen Sandkasten.

Das neue Bienenhotel steht direkt an der Wildwiese vor der Kirche und hat damit einen idealen Platz: Da Wildbienen im Gegensatz zu Honigbienen nicht weit fliegen können, um Pollen und Nektar zu finden, bietet die blumenreiche Wiese ideale Nahrung mit standorttypischen Pflanzen wie Königskerze, Johanniskraut, Teppichsedum, wilder Majoran, Resede, Natternkopf, Weidensteckling und vielem mehr.

Kurzum: Die Vlattener können sich auf einen Frühling und Sommer mit vielen Insekten freuen. Ein Besuch am Bienenhotel lohnt sich.

Unser oberes Bild zeigt die Kinder nach getaner Arbeit mit Anja Krudwig (links), Sarah Hartmann (zweite von rechts) und Franziska Koch.

Mit vereinten Kräften wurden Löcher gebohrt, in denen die Wildbienen Unterschlupf finden können.

Den Insekten soll es gut ergehen: Unter fachkundiger Anleitung von Sarah Hartmann wird das Bienenhotel befüllt.

Es darf gestaunt werden: Unzählige Bienen schwirren um die Kästen von Imker Andy Quast.                            Fotos: Anja Krudwig