Die frisch gepflanzte kleine Linde lädt zum Verweilen ein. Foto: ush

In diesem Sommer können die Vlattener das Wachsen und Gedeihen von zwei frisch gepflanzten Lindenbäumen bewundern. Vor ein paar Wochen haben wir berichtet, dass an der Hergartener Straße ein junger Lindenbaum aufgestellt worden ist. Nun meldet Kurt Krüttgen, der Vorsitzende des Bürgervereins, dass noch ein zweiter Baum gepflanzt werden konnte, nah an der St. Michael-Kapelle und dicht an einer Bank, die zum Verweilen einlädt.

Den beiden kleinen Linden zur Ehre veröffentlichen wir ein Gedicht von Joseph von Eichendorff – in der Hoffnung, dass die Bäumchen nicht gar so traurige Erinnerungen wecken, wie sie dem Dichter beschieden waren:

Bei einer Linde
 
Seh’  ich dich wieder, du geliebter Baum,
In dessen junge Triebe
Ich einst in jenes Frühlings schönstem Traum
Den Namen schnitt von meiner ersten Liebe?
 
Wie anders ist seitdem der Äste Bug,
Verwachsen und verschwunden
Im härt’ren Stamm der vielgeliebte Zug,
Wie ihre Liebe und die schönen Stunden!
 
Auch ich seitdem wuchs stille fort, wie du,
Und nichts an mir wollt’ weilen,
Doch meine Wunde wuchs – und wuchs nicht zu,
Und wird wohl niemals mehr hienieden heilen.