Wenn die Glocken vor Ostern schweigen

Wenn vor Ostern die Glocken schweigen, lassen die Messdiener die Raspeln tönen - so soll es auch in diesem Jahr sein.

Bleibt es 2020 ganz still? Der Vorsitzende des Vlattener Pfarreirats, Kevin Küpper, und die Ehrenamtlerinnen der Messdienerbetreuung wenden  sich mit einem ungewöhnlichen Aufruf an die Gemeinde. Ihr Anliegen: Vor Ostern läuten zwar keine Glocken, aber es soll nicht still bleiben in Vlatten. Gerade jetzt nicht – zu Corona-Zeiten.
Hier ist die Bitte: 

Viele kennen die Geschichte um die Glocken, die von Gründonnerstag bis Ostern nach Rom fliegen, um auszuruhen und sich bei „Milchzupp“ zu stärken. Aber warum schweigen die Glocken?

Zum Gloria der Heiligen Messe am Gründonnerstag erklingt die Orgel mit allen Registern, die Messdiener schellen mit den Altarglocken, die Glocken der Pfarrkirche schallen im Vollgeläut über den Ort, danach kehrt Stille ein –Totenstille im wahrsten Sinn des Wortes. Die Kirche gedenkt in Stille des Leidens und Sterbens Jesu. Und so verstummen bis zum Gloria der Osternacht Orgel, Altarschellen und Glocken, um dann in die Osterfreude einstimmen zu können und in die Welt hinauszutragen: „Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja!“.

Wenn die Glocken schweigen, übernehmen unsere Messdiener deren Arbeit. 

An die Stelle der Glocken treten dann unsere Messdiener, die durch die Straßen den Ortes ziehen und mit lauten „Raspeln“ und Rufen an die Tages- und Gebetszeiten erinnern. Neben der Freude am Zusammenhalt und Lärmen gehört es auch dazu, dass unsere Messdiener jedes Haus besuchen und dort für ihren Dienst kräftig entlohnt werden: Eier, Süßigkeiten, Taschengeld und ein Zuschuss für die Ausflüge. – 2020 geht dies alles nicht. Die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, hat Priorität.

Aber Vlattener wären nicht Vlattener, wenn sie keinen Einfall hätten!

Während in Italien die Menschen in Quarantäne ihre Häuser nicht mehr verlassen dürfen, singen sie abends zusammen auf ihren Balkonen und zeigen, dass sie sich nicht unterkriegen lassen.

Und so zeigen auch unsere Messdiener, dass sie sich nicht unterkriegen lassen und als Gemeinschaft zusammenstehen. Denn 2020 soll es nicht still bleiben, 2020 sollen die Messdiener nicht ohne ihr wohlverdientes Taschengeld oder den Zuschuss für ihre Ausflüge auskommen müssen.

Dafür brauchen wir Eure Unterstützung!

In fast jedem Vlattener Haushalt gibt es eine oder mehrere alte „Raspeln“. Also lasst uns Sie gemeinsam nutzen und zeigen, dass auch wir uns nicht unterkriegen lassen und zusammenstehen.

Jeder Messdiener, jeder ehemalige Messdiener, jeder der eine „Raspel“ zuhause hat, ist eingeladen von der eigenen Haustür aus den Dienst der Glocken zu übernehmen und seinen Teil dazu zu tun, dass diese alte Tradition am Leben bleibt!

Weiter freuen sich unsere 30 Messdiener über eine Spende, damit die tolle Jugendarbeit nach der Coronavirus-Pandemie von unseren Ehrenamtlerinnen Ulrike Titz, Jennifer Kulla, Claudia Nießen und Jana Böttgenbach mit einem Ausflug weitergeführt werden kann. Da der Besuch jedes Hauses 2020 nicht stattfinden kann, würden wir uns darüber freuen, wenn Ihr Eure Spende in einem Umschlag in den Briefkasten des Pfarrbüros einwerfen würdet!

Wir sind verabredet!

Wo? – Jeder vor seiner Haustüre.
Wie lange? – für je 5 Minuten.
Wann?

Karfreitag

07.00 Uhr “Morjensjlock”

12.00 Uhr “Meddag”

14.45 Uhr – ohne Rufe, um auf die Sterbestunde aufmerksam zu machen

19.00 Uhr “Naatejlock”

Karsamstag

07.00 Uhr “Morjensjlock”

12.00 Uhr “Meddag”

19.00 Uhr “Naatejlock”